Web 2.0/SOA Konvergenz durch „Internet of Services“

Kategorien: User facing SOA

In dem Artikel Web 2.0 and SOA: Converging Concepts Enabling the Internet of Services untersuchen die Autoren Christoph Schroth und Till Janner die Konzepte SOA und Web 2.0 und stellen diese aus technischer und ökonomischer Sicht gegenüber. Die Gegenüberstellung erfolgt anhand von sieben Komponenten eines Business Model Frameworks, welches durch das Institut for Media and Communications Management
(MCM) an der University St. Gallen definiert wurde.

Im Folgenden liste ich diese sieben Komponenten sowie die von den Autoren herausgestellten Gemeinsamkeiten (+) und Unterschiede (-) dieser Komponenten von SOA und Web 2.0 auf.

Gegenüberstellung von Web 2.0 und SOA

1 Produkt Features

  • + Kombination und Wiederverwendung bestehender Ressourcen
  • + Kollaboration verteilter, lose gekoppelter Services heterogener Systeme
  • + Agilität und Unterstützung eines ständigen strukturellen Wandels
  • – Web 2.0 vernetzt Menschen, SOA dagegen Software
  • – Web 2.0 verbindet Userinterfaces, SOA dagegen nicht zwangsläufig sichtbare Daten
  • – nur eine SOA unterliegt Governance Richtlinien

2 Features des Mediums

  • + Nutzung einheitliche Schnittstellen (zB Web 2.0:REST,RSS/SOA:WSDL)
  • + Information Hiding, Verstecken von Komplexität hinter Schnittstellen
  • – während SOA Services koordiniert, werden Daten im Web 2.0 per Syndication nur bereitgestellt
  • – im Web 2.0 treten wegen der Einbindung von Menschen in Prozesse kaum semantische Probleme auf

3 Kunden

  • – Addressierung verschiedener Kundengruppen:
    im Web 2.0 kann fast jeder Teilnehmer Kunde sein, im SOA Umfeld meist nur eine kleine Gruppe

4 Value Chain

  • – im Web 2.0 ist die Value Chain sehr stark in kleine Teilbereiche aufgespalten
    im SOA Umfeld nutzen dagegen viele Kunden die Dienstleistung von wenigen IT-Experten
  • – im Web 2.0 benötigen die User keine IT-Experten wie im SOA Umfeld

5 Financial flow

  • – im Web 2.0 wird Software als Service bereitgestellt, nicht wie in einer SOA als Package gehandelt
  • – im Web 2.0 fallen in der Regel keine Lizenzkosten für die Anwendung wie üblicherweise in einer SOA an

6 Flow von Services

  • – während Web 2.0 Anwendungen ständig im Beta-Stadium sind, besteht bei SOA Software ein Software Lebenszyklus
  • – Web 2.0 setzt meist auf Virales Marketing, SOA dagegen auf traditionelles Marketing

7 Gesellschaftliche Umgebung

  • – Web 2.0 Anwendungen unterliegen nicht den starken Regulierungen eines Unternehmens wie eine SOA
    Web 2.0 Anwendungen sind deshalb flexibler

Internet of Services (Global SOA)

Mit Internet of Services stellen die Autoren ein Konzept vor, das Prinzipien und Techniken aus dem Web 2.0 und SOA enthält. Darin können Ressourcen im Web auf Plattformen registriert werden und dort von Usern per einfach bedienbarer Benutzerschnittstelle in Verzeichnissen u.a. durchsucht, getaggt und als Komponenten in Mashups genutzt werden. Der Zugriff der User kann dabei über verschiedene Channels (zB Browser, Mobil Device) geschehen. Als eine spezielle Form dieses Konzepts stellen die Autoren Enterprise Mashups vor.

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